Mainzer Modell.de  
DeutschEnglish
/ Geburtenregister / Mainzer Modell 
Printversion
letzte Änderung am 29.07.2008

Die Pille nach der Pille

Abb.1: Dosierung der perikonzeptionellen Folsäureprophylaxe

 

 

 

Warum Nahrungsergänzung mit Folsäure ?

Folsäure-Tabletten haben gegenüber dem natürlichen Folat klare Vorteile. Die Folsäure wird schneller aufgenommen und besitzt die doppelte Bioverfügbarkeit. Wollte eine Schwangere ihren täglichen Bedarf an Folsäure mit der Nahrung decken, müsste sie täglich z.B. 600g rohen Spinat essen. Eine längere Einnahme vor und in der Schwangerschaft ist nicht nur völlig unbedenklich, sondern sogar gesundheitsförderlich.

 

Sachlage in Deutschland

Trotz der seit 1995 bestehenden allgemeinen Empfehlung zur Folsäureprophylaxe in Deutschland nehmen derzeit nur neun Prozent aller Schwangeren Folsäure zum richtigen Zeitpunkt ein. Jährlich werden in Deutschland etwa 1.600 Kinder mit einem Neuralrohrdefekt geboren. In der Region Rheinhessen war in den letzten Jahren ein signifikanter Häufigkeitsanstieg von Kindern mit Neuralrohrdefekten zu verzeichnen (Abb. 2).

 

Abb. 2  Prävalenzvergleich von NRD 1992-1998 (USA - Rheinhessen)

 

 

Dringender Handlungsbedarf

Aus internationalen Studien lässt sich für die normale Entwicklung des Neuralrohrs und anderer Organe des ungeborenen Kindes die Notwendigkeit der Folsäureprophylaxe vor und während der ersten Monate der Schwangerschaft ableiten. Trotz dieser Erkenntnisse ist eine perikonzeptionelle Folsäureprophylaxe in Deutschland nahezu nicht existent. Intensive Aufklärungs- und Werbekampagnen sind erforderlich.

In zahlreichen Ländern wie z.B. den USA, Kanada, Ungarn und Chile wird eine Folsäureanreichung des Mehls durchgeführt, um auch ungeplante Schwangerschaften erreichen zu können. In Deutschland besteht derzeit nur die Möglichkeit, die notwendige Prophylaxe durch eine perikonzeptionelle Folsäure-Einnahme durchzuführen.

 

Dieser Sachstand war Anlaß, in Rheinland-Pfalz eine intensive Folsäure-Präventions-Kampagne zu starten [Schirmherrschaft: Ministerpräsident Kurt Beck]. Eine wissenschaftliche Studie wird diese Kampagne begleiten und den positiven Effekt der Präventionsmaßnahmen dokumentieren (Geburtenregister Mainzer Modell, Universitätskinderklinik Mainz). Die Studie wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit unterstützt.

 

Folsäure für ein gesundes Leben von Anfang an

 

Perikonzeptionelle Folsäure-Einahme

- führt zur Vermeidung von

Neuralrohrdefekten bei Kindern

Schwangerschaftsabbrüchen wegen eines Neuralrohrdefekts

- erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein gesundes Kind

 

 

 

Der Folsäure-Flyer  "Startet den Datei-Download Folsäure für ein gesundes Leben von Anfang an"
kann kostenlos beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie
und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz per Fax (06131 / 16 17 20 20)
oder eMail bestellservice(at)masgff.rlp.de angefordert werden.

 

 

 

PD Dr. Annette Queißer-Luft

Oberärztin der Klinik

Geburtenregister Mainzer Modell

Universitätskinderklinik Mainz

Langenbeckstrasse 1

D - 55131 MAINZ

Telefon / Fax: 49-6131-17 2773

email: queisser@kinder.klinik.uni-mainz.de